Anja Wehrmann
Fachbereich Ambulante Pflege
Caritasverband für die Diözese Osnabrück e.V.
Johannisstraße 91
49074 Osnabrück
Telefon: 0541/33880-16
Telefax: 0541/33880-33
E-Mail: AWehrmann@caritas-os.de
Grundleitbild
Vorwort
Unser Menschenbild
Rahmenbedingungen und Ausrichtung unserer Arbeit
Unser Verständnis von Pflege und Qualität
Zusammenarbeit als elementarer Bestandteil unserer Weiterentwicklung
Vorwort
Leitbilder sollen Einrichtungen in die Zukunft lenken. Sie dienen als Orientierungsrahmen im Spannungsfeld ethischer Ansprüche, fachlicher Leistungen und wirtschaftlicher Bedingungen.
Das vorliegende Grundleitbild ist gemeinsames Fundament aller Sozialstationen in Trägerschaft unseres Verbandes; es orientiert sich unter anderem am Leitbild des Deutschen Caritasverbandes (Mai 1997) und am Empfehlungspapier der Kommission Caritas im Bistum Osnabrück (Juni 1996).
Das Grundleitbild ist elementarer Bestandteil der Qualitätsentwicklung in unseren Sozialstationen. Es wurde von Leitungen und weiteren Mitarbeitern der Sozialstationen, zuständigen Mitarbeitern der Geschäftsstelle unseres Verbandes, unter Beteiligung der Geschäftsführung, erarbeitet. Hierzu fanden sieben Treffen in der Zeit von September 2000 bis März 2001 statt.
Ich wünsche, dass die hierauf aufbauenden Leitbildprozesse in jeder einzelnen Sozialstation ebenso fruchtbar verlaufen wie der Prozess bei diesem Grundleitbild.
Allen Beteiligten danke ich für ihr engagiertes Mittun! Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren Sozialstationen möchte ich ermutigen, sich auf den gleichen Weg zu machen.
Das Grundleitbild setze ich hiermit in Kraft.
Osnabrück im Mai 2001
Karl Ludwig Guddorf
Caritasdirektor
Unser Menschenbild
Auftrag unserer Sozialstationen ist es, pflege- und hilfebedürftige Menschen sowie deren Angehörige in ihrer häuslichen Umgebung zu unterstützen.
Bei dieser Arbeit sind uns Menschen mit Krankheiten, chronischen Schmerzen, Gebrechlichkeiten des Alters oder mit anderen Einschränkungen des täglichen Lebens anvertraut. Somit machen wir täglich die Erfahrung, daß das Angewiesensein auf Hilfe zum Leben gehört. Hierbei erleben wir, dass Hilfe immer ein Wechsel von Geben und Nehmen ist.
Das christliche Bild vom Menschen sagt uns, dass jedes menschliche Leben ein Geschenk Gottes ist, in allen Phasen des Lebens, unabhängig von den Leistungen des Einzelnen. Daher hat jeder Mensch eine einmalige Würde, die ihm nicht genommen werden kann.
Dieses Bild hilft uns, die Pflege auf die Individualität des Einzelnen auszurichten. Daher ist auch die Begleitung schwerkranker
und sterbender Menschen sowie ihrer Angehörigen ein selbstverständlicher Teil unserer Arbeit.
Auch bei der weiteren Qualitätsentwicklung lassen wir uns von diesem Menschenbild leiten.
Im pflegerischen Alltag werden die Begriffe Patient, Kunde, Pflegebedürftige mit unterschiedlichen Bewertungen verwandt. Entscheidend für uns ist das Bild vom Menschen, das sich in einer entsprechenden Grundhaltung ausdrückt.
Rahmenbedingungen und Ausrichtung unserer Arbeit
Die vom Gesetzgeber vorgegebenen Rahmenbedingungen des Gesundheitssystems gelten für unsere Sozialstationen ebenso wie für
andere ambulante Pflegedienste.
Durch sie sind die mit Kranken-, Pflegekassen und weiteren Kostenträgern abrechenbaren Leistungen festgelegt und begrenzt.
Aus einem umfassenden Pflegeverständnis und aus Sicht vieler pflegebedürftiger Menschen und ihrer Angehörigen sind darüber hinausgehende, oft auch selbst zu finanzierende, Hilfen notwendig.
Die vorgegebenen Rahmenbedingungen, unser Pflegeverständnis sowie die Erwartung von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen bilden ein Spannungsverhältnis, da uns herausfordert, unsere Ressourcen gezielt und flexibel einzusetzen. Besondere Möglichkeiten ergeben sich hierbei einerseits durch unsere Einbindung in die verbandliche Caritas mit ihren vielfältigen sozialen Diensten und andererseits durch unsere Verbindung zu den Kirchengemeinden.
In der verstärkten Verknüpfung ehrenamtlicher und professioneller Hilfe liegt unsere besondere Chance und Herausforderung.
Darüber hinaus verstehen wir unsere Teams als die wesentliche Ressource unserer Tätigkeit. Um eine fachlich fundierte Pflege
unter Einbeziehung von Hilfenetzen des Alltags zu gewährleisten, setzen sie sich aus unterschiedlichen Berufsgruppen mit einem
hohen Anteil fachlich qualifizierter Kräfte zusammen.
Mit Blick auf die individuelle Situation der pflegebedürftigen Menschen organisieren wir unsere Arbeit effektiv und wirtschaftlich.
Im Interesse und mit den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen setzen wir uns weiterhin für veränderte Rahmenbedingungen ein.
Unser Verständnis von Pflege und Qualität
Mit unseren Tätigkeiten ermöglichen wir es, pflege- und hilfebedürftigen Menschen weiterhin in ihrer gewohnten Umgebung leben zu können.
Hierbei beziehen wir die konkreten Gegebenheiten und Hilfen des Alltags ein und ergänzen sie durch unser pflegefachliches Handeln.
Im Sinne eines umfassenden Verständnisses richten wir unsere professionelle Pflege dabei auf die einzelne Person, ihre individuellen Möglichkeiten und das soziale Umfeld aus.
Weil Menschen unterschiedlich sind, ist die Sichtweise und das Empfinden von Qualität immer subjektiv geprägt.
Zum individuellen Wohlbefinden beizutragen, ist daher ein wesentliches Qualitätsmerkmal unserer Pflege.
Dieser Ansatz ist grundlegend für unsere weitere Qualitätsentwicklung, insbesondere im Rahmen der Fort- und Weiterbildung.
Zusammenarbeit als elementarer Bestandteil unserer Weiterentwicklung
Unsere Sozialstationen sind sowohl Teil der Kirche als auch Teil des staatlichen Gesundheitssystems.
Die bestehenden und weiter zu entwickelnden Formen der Zusammenarbeit in den Feldern Caritasverband, Kirche und Gesundheitssystem
haben das Ziel, gute Pflege und Beratung zu leisten.
Innerhalb der einzelnen Sozialstationen ist daher das Zusammenwirken von Leitung und Pflegeteam die entscheidende Grundlage. Dies gilt für das menschliche Miteinander genauso wie für die Planung, den fachlichen Austausch und die Reflexion unserer Arbeit.
In Fortführung des Leitbildprozesses dient eine verstärkte Zusammenarbeit unserer Sozialstationen der Bearbeitung gemeinsamer Fragestellungen, der wechselseitigen Unterstützung und der engen Abstimmung innerhalb des Diözesan-Caritasverbandes.
Dieser Prozess ist darüber hinaus Anstoß, die Zusammenarbeit mit Ehren-und Hauptamtlichen in den Kirchengemeinden zu überprüfen und auszubauen.
Ebenso wichtig ist die Zusammenarbeit mit Partnern und Institutionen des Gesundheitssystems. Durch abgestimmte Kooperation mit den unterschiedlichen Berufsgruppen, Diensten und Einrichtungen tragen wir zu einer guten Versorgung von Pflege-und Hilfebedürftigen bei.
An der Erarbeitung des Leitbildes haben mitgewirkt:
Hans Christen, Walburga Egbers, Gabi Fehnker, Michael Lucas-Nülle, Brigitte Mathlage, Heinz Meyering, Marlies Perk, Ingrid
Potts, Christoph Römer, Martin Schlüter, Edith Seeger, Hans Siefker, Franz Stüwe
Ulrich Kupczik (stellvertretender Caritasdirektor)
Paul Leidner (Fachberatung Ambulante Pflege)
Moderation:
Anja Wehrmann (Qualitätsbeauftragte für die Sozialstationen des Diözesan-Caritasverbandes Osnabrück) und
Diethard Einhoff (Bildung/Soziale Entwicklung)

